Nicole Fünfstück schreibt
Nicole Fünfstück schreibt

Seite 2 - Kapitel 1

Richtig schlimm war es geworden, als sie die Grenzen zum Moor des Vergessens erreicht hatten, denn jetzt war er von ihnen abhängig gewesen. Lumm hatte weder gewusst, was ihn hier erwarten würde, noch wo sich die sicheren, festen Pfade befanden. Anfangs hatte ihm die Atmosphäre des Moores noch nicht so viel ausgemacht. Es hatten die gleichen Lichtverhältnisse geherrscht wie im Toten Wald, und im Gegensatz zu diesem gab es hier Farben. Sie waren mit graugrünen Moosschichten bedeckten Pfaden gefolgt, die durch mit hellgrünen Gräsern und Blättern zugewachsene Wiesen geführt hatten. Vereinzelte Blumen hatten zwischen den Gräsern geblüht. Lumm, der schon seit ewigen Zeiten keinen Blumenduft mehr gerochen hatte, war gerade im Begriff gewesen, von dem vorgezeichneten Pfad abzuweichen, als eine von Taras Kreaturen vor ihm aufgetaucht war und ihn zu Boden gestoßen hatte. Knurrend hatte der Jäger einen Ast vom Boden aufgehoben und diesen auf die Wiese geschleudert. Keine zwei Sekunden später waren Arme aus dem Boden geschnellt, hatten das Holz ergriffen und es wieder zurückgeworfen. Von diesem Moment an hatte Lumm nicht mehr gewagt, die vorgegebenen Pfade zu verlassen. Je weiter sie ins Moor vorgedrungen waren, desto mehr hatte sich die Landschaft verändert. Statt durch von Wiesen bedeckte Moorflächen, hatten die Pfade nun durch bräunliches, schlammiges Wasser geführt, von dem ein fauliger Gestank ausgegangen war. Das Licht war immer kraftloser geworden und plötzlich auch aus dem Wasser gekommen. Nebelbänke waren um sie herum geschlichen und statt der Blumen hatten einige, wenige kahle Bäume aus dem Sumpf geragt. Es war immer feuchter und kälter geworden, und Lumm hatte gemeint Stimmen zu hören, die nach ihm riefen. Mehr als einmal war der Troll gestolpert und hatte es gerade noch vermeiden können ins Moor zu fallen. Die Jäger hatten ihr Interesse an ihm verloren und nur noch mit einem kurzen Aufglühen ihrer Augen die sicheren Pfade markiert, bevor sie weiter gehuscht waren. Lumm war immer müder und erschöpfter geworden, je länger der Weg gedauert hatte. Der Troll hatte nicht mehr gewusst, wo er sich befand und wie lange er sich inzwischen im Moor aufhielt, als etwas geschehen war, was ihm für kurze Zeit neue Energie gegeben hatte. Er war vor Erschöpfung kurz ohnmächtig geworden, hingefallen und mit dem Gesicht gleich neben dem Sumpfwasser liegen geblieben. Als er wieder zu sich gekommen war, war sein Blick direkt auf ein aufgedunsenes, grünliches Gesicht, mit toten, milchig weißen Augen gefallen, die ihn vom Grunde des Wassers her beobachtet hatten. Mit einem Schrei des Entsetzens, der ihm so fremd gewesen war, dass Lumm ihn erst gar nicht als den seinen erkannt hatte, war der Troll hochgeschnellt und den Pfad entlanggelaufen, bis er zu dem Baumstamm gekommen war, auf dem er nun saß.

 

Lumm wusste weder ein noch aus. Sein Instinkt riet ihm, sich so schnell und weit wie möglich von den Wesen zu entfernen, die ihn umgaben, aber seine Kraft reichte gerade noch aus, um sein Messer zu zücken und die Augen offen zu halten. Ein leises Knacken ließ ihn herumfahren, doch wie schon zuvor war nichts zu sehen. Der Troll umfasste das Messer fester und wartete auf das Unvermeidliche. ...

News

Hier gibt es die Zunkunft...

 

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Am Samstag, 17.11.18 gibt es neue Fotos und Textauszüge!

 

Der zweite Teil der Aussenseiter Saga nimmt Formen an.

Soviel sei vorweg verraten:

Dieses Mal bekommen Christina, Jo und Noah es zwar mit einem wütenden Poltergeist und einem schwarzen Engel zu tun, doch der wahre Feind lauert im Verborgenen

 

Keine Ahnung, wer die Aussenseiter sind?

Bei Amazon gibt es den ersten Band:

Die Aussenseiter und das Buch der Schatten

 

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