Nicole Fünfstück schreibt
Nicole Fünfstück schreibt

Kapitel 1: Tennis und andere Probleme

Meine Mutter hatte mir vor einiger Zeit angeboten, diesen aufzuheben, wenn ich mich zur Aufnahmeprüfung für die Tennismannschaft unserer Schule anmeldete. Als wenn es nicht reichen würde, dass ich Sylvia von Kastanienburg, die Mannschaftskapitänin, täglich im Unterricht ertragen musste.
Ich hatte mich ziemlich lange geweigert, doch gestern hatte meine innere Wächterin, der Teil von mir, den ich erst hören konnte, seit ich herausgefunden hatte, dass ich eine Wächterin war, darauf bestanden.
Während unseres Gefechts auf dem Friedhof war nämlich ein starkes Gewitter niedergegangen und das konnte nur bedeuten, dass ein neues, mächtiges schwarzes Wesen in unsere Dimension eingedrungen war. Ich musste es also finden und vernichten, was aber unmöglich war, wenn ich die Wohnung nicht verlassen durfte. Deshalb hatte ich mich heute Nachmittag zähneknirschend zum Tennisclub begeben.
Dem Wesen war ich dadurch natürlich keinen Schritt näher gekommen. Rein theoretisch hatte ich die Fähigkeit, dunkle Wesen zu erkennen, aber die musste ich erst trainieren und mein erster Dämon, Ceciles selbst erschaffener Kindermörder, hatte sich mir von selbst gezeigt. Daher hatte ich bis jetzt keine Möglichkeit, mich im Aufspüren zu üben. Es wurde also Zeit.
>Wohl wahr<, meldete sich die Wächterin zu Wort.
>Und hör auf, so ein Drama aus dem Beitritt zum Tennisteam zu machen! Du spielst wesentlich besser als Sylvia. Und das weißt du auch.<
»Ja«, erwiderte ich. Wenn ich alleine war, konnte ich ihr in normaler Lautstärke antworten, ohne wie eine Irre zu wirken, die Selbstgespräche führte, »und dafür wird sie mich nicht gerade lieben. Seit ihr klargeworden ist, dass Noah es vorzieht, mit Jo und mir befreundet zu sein, ist ihre Zunge noch spitzer geworden.«
>Dann wird es Zeit, dass du etwas dagegen tust, findest du nicht?<, fragte die Wächterin genervt.
Sie hatte natürlich recht, doch bevor ich mich Sylvia entgegenstellte, jagte ich lieber ein weiteres dunkles Wesen. Aber selbst das ging gerade nicht, denn dafür brauchte ich die Hilfe meiner Freunde und Jo hatte immer noch Stubenarrest.
Ich vermutete, dass Frau Dräxler, Jos Mutter, überhaupt nicht damit klarkam, dass ihr gehbehinderter Sohn, der bisher seine Freizeit lesend auf seinem Bett verbracht hatte, mit einem Mal nachts auf Friedhöfen abhing. Da sie außerdem Noah und mir verbot, Jo zu besuchen, ging ich davon aus, dass sie uns die Schuld an Jos Wandel und der nächtlichen Aktion gab. 

Ganz Unrecht hatte sie da nicht. Ich konnte zwar nichts dafür, dass ich den Dämon nur um Mitternacht und auf dem Grab seines ersten Opfers hatte vernichten können, aber ohne mich wäre Jo erst gar nicht auf Dämonenjagd gegangen. Er hatte zwar eine große Klappe, doch er war, wie er selbst gesagt hatte, immer etwas knapp an Freunden gewesen, mit denen er Blödsinn hätte anstellen können. Und dann waren Noah Ahadi, der mit seinen Eltern aus Afghanistan geflüchtet war, und ich in seine Klasse gekommen und sofort zum neuen Angriffsziel der Klassenschläger geworden. Zusammen mit Jo, der ganz oben auf ihrer Abschussliste stand, hatten wir uns bereits am ersten Tag gegen sie verteidigen müssen. Das war der Beginn unserer Freundschaft gewesen.

 

Kleine riss mich aus meinen Erinnerungen. Sie hatte sich in meinen Wollschal verwickelt, der am Boden des Schrankes lag und versuchte sich nun mit allen Mitteln daraus zu befreien. Ich bückte mich, zog ihre Krallen aus den Maschen und legte die zappelnde Katze frei. Kopfschüttelnd scheuchte ich sie aus dem Schrank, besah mir den Schaden am Schal, der zwar etwas gerupft aussah, aber meiner Meinung nach noch tragbar war, und schloss die Schranktür. Nicht ohne Kleine, die einen zweiten Angriff auf den Schal plante, mit dem Fuß daran zu hindern wieder in den Schrank zu klettern.
Als Kleine aufgab und entspannt Richtung Küche und Futternapf sprang, atmete ich erleichtert auf. Mir war gar nicht aufgefallen, wie verkrampft ich gewesen war. Jedes Mal, wenn ich unsere Wohnung betrat, rechnete ich unbewusst mit dem Schlimmsten, denn ich hatte hier mehrmals Begegnungen mit der dunklen Art gehabt und ich entspannte mich erst, wenn Kleine keinen Grund zur Sorge zeigte. Die Katze war zwar noch kein Jahr alt, aber trotzdem der perfekte Dämonendetektor. Wenn für sie alles in Ordnung war, dann war es das für mich auch.

News

Hier gibt es die Zunkunft

 

Es wird wieder jeden ersten Sonntag im Monat neue Fotos von Mallorca geben.

Sorry, Sommerpause bis zum 08.09.!!

Sonst gibt es in den nächsten zwei Monaten nur Fotos vom Meer, Meer und noch mehr Meer :-). 

 

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Am 26.07.19 gibt es einen neuen  Textschnipsel aus dem zweiten Buch der Aussenseiter Reihe!

 

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Die Aussenseiter und die Rache des Poltergeists

 

Die Aussenseiter und das Buch der Schatten

 

 

 

 

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