Erinnerung

Aus »Der Auftrag«, Buch 1

... 
Er sah mich ernst an und fuhr eindringlich fort: »Unser Zusammensein wäre einfacher, wenn du mich nicht ausstehen könntest.«
Ich schüttelte den Kopf. 
Er seufzte. »Das dachte ich mir. Auch wenn es dir merkwürdig vorkommen muss, ich bin sogar ein wenig froh über deinen Dickschädel. Obwohl er alles so unglaublich viel schwerer macht. Die letzten zwei Tage waren irritierend für mich. Ich habe keine Gefühle von dir empfangen, was mich zuerst erleichtert und dann verwirrt hat. Ich wusste nicht, dass Menschen ihre Gefühle ausschalten können. Obwohl, ausschalten ist falsch, sie waren noch da, irgendwo, aber so gedämpft, dass ich sie auch dann kaum wahrnehmen konnte, als ich es probiert habe.«
Überrascht sah ich ihn an. »Du hast freiwillig versucht, etwas zu fühlen? Warum?«
Er zuckte leicht mit der Schulter. »Ich weiß es nicht. Es erschien mir falsch, dass du nichts fühlst.« Er schwieg einen Moment. »Und außerdem mag ich deine Gefühle. Sie sind verwirrend und meist sehr nervig, aber es kommt mir so vor, als würde sie empfangen zu können, eine Lücke in mir schließen. Und genau das ist das Problem, denn jetzt bin ich in einer Situation, in der ich weder vorwärts noch rückwärts weiterkomme.«
»Das glaube ich nicht!«
»Solltest du aber!« Sein Blick war wieder stählern.
Ich rückte näher zu ihm und ignorierte, dass seine Hand halbherzig versuchte, mich aufzuhalten. Als ich ihm so nah war, dass unsere Körper sich beinahe berührten, hielt ich inne. Taylors Augen waren schmal, aber er bewegte sich nicht von der Stelle. Ich löste meine Hand aus seiner und streckte sie vorsichtig nach seinem Gesicht aus.
Er schüttelte den Kopf. »Nicht, Eve!« Er hielt sie fest. »Es ist nicht so, dass ich noch nie eine Frau geküsst oder Sex gehabt hätte. Ich lebe schon ein Weilchen und habe auch die menschliche Pubertät hinter mir. Aber es waren nie Gefühle im Spiel. Es war immer reine Triebbefriedigung. Auf der Ebene könnte ich alles mit dir tun, was du möchtest. Allerdings nur, falls ich es schaffe, meine Gefühle zu unterdrücken, und gerade erscheint mir das unmöglich. Ich habe schon Probleme damit, unsere verschränkten Hände zu ignorieren und keine Ahnung, was passiert, wenn ich die Kontrolle aufgebe. Ich habe es noch nie getan. Das, was und wer ich bin ...« Er verstummte. »Wir sind nicht dazu geschaffen worden, zu fühlen. Dass ich es kann, ist ein Fehler, war nie geplant. Aber das ist nicht alles. Da ist noch mehr.«
Weiter kam er nicht, denn ich entzog ihm die Hand erneut und legte ihm den Finger an die Lippen. »Lass es uns ausprobieren und herausfinden was geschieht.«
»Goov!« Es klang warnend, doch ich ignorierte es.
»Genau. Und das ist deine Schuld. Du wolltest sie wiederhaben.« Ich zog seinen Kopf sanft näher und er ließ es geschehen.
Ermutigt legte ich die Lippen auf seine. Er erstarrte, doch dann stöhnte er leise, zog mich halb unter sich, griff in meine Haare und erwiderte den Kuss. Erst langsam und behutsam, dann heftig und fordernd.
Hitze schoss aus seinen Händen und durch meinen Körper. Von einer Sekunde zur anderen hatte ich das Gefühl, als würde jede einzelne meiner Nervenfasern kribbeln. Ich keuchte erregt und zog ihn noch näher.
Blitzschnell schob er mich von sich. »Stopp!« Atemlos rückte er von mir ab.
Schwer atmend sahen wir uns an. Taylors Iriden waren jetzt mehr Silber als Grau, er hatte eine Hand in seine Decke gekrallt und zitterte am ganzen Körper.
Fieberhaft suchte ich etwas, womit ich ihn ablenken konnte. »Gibt es die Goov wirklich oder sind sie eine Erfindung von dir?«, fragte ich das Erste, was mir in den Sinn kam.
»Was?«
 »Wie ist das mit den Goov?«, wiederholte ich.
»Wie kommst du jetzt ausgerechnet auf die Goov?«, fragte er und holte tief Luft.
»Sie waren das Erste, was mir eingefallen ist.«
Ein Lächeln umspielte seine Mundwinkel, verschwand aber schnell wieder. »Ja, es gab die Goov.«
»Da ich noch nie von ihnen gehört habe, leben sie wahrscheinlich auf einem anderen Planeten.« Ich sah ihn abschätzend an. Das Zittern hatte nachgelassen.
Er löste die Hand aus der Decke und atmete noch einmal tief durch.
»Also?«
»Sie teilten sich einen mit anderen.« Er ließ mich nicht aus den Augen.
»Und das ist ein Thema, das du momentan nicht näher vertiefen willst«, stellte ich fest.
»Es gefällt mir zwar nicht, dass du mich auch ohne Worte verstehst, aber ja. Ich würde lieber andere Dinge besprechen.« Er wischte sich mit der Hand über das Gesicht.
Als er mich erneut ansah, war er fast wieder er selbst, hatte die Mauer hochgezogen und die Maske aufgesetzt. »Ich möchte, dass du weißt, dass ich das eben nicht bereue, aber es ändert nichts.« Der warme Unterton war aus seiner Stimme verschwunden.
Seine nächsten Worte waren wie klirrendes Eis, sein Gesichtsausdruck eine gefühllose Maske. »Du hast mich mehrfach etwas gefragt und obwohl ich dir bereits das Meiste beantwortet habe, fehlt noch ein Teil und es wird Zeit dafür. Stell mir die Frage noch einmal.«
Wie erstarrt sah ich ihn an. Hätte er mich nicht gerade geküsst und wäre er nicht Taylor ... Ich wusste, welche Frage er meinte, brachte aber keinen Ton heraus. Ich wollte die Antwort, die noch fehlte, nicht hören, ahnte, dass sie alles zerstören würde. Mit zitternden Fingern zog ich die Decke zu mir.
Taylor hielt sie fest. »Eve, stell die verdammte Frage!« Sein Tonfall ließ keinen Widerspruch zu.
»Wer oder was bist du«, flüsterte ich.
Er nickte knapp. »Ein Auftragskiller. Obwohl uns die Bezeichnung Agent besser gefällt.« Ausdruckslos sah er mich an.
»Und du bist und bleibst mein Auftrag.«<< Neues Bild mit Text >>

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© Nicole Fünfstück schreibt